Samstag, 17. März 2007

Trigami, JAM und Transparenz

Ausgelöst durch die Trigami Werbeaktion entstand eine lebhafte Diskussion, ob Joint Aid Management International Spendengelder für religiöse Zwecke missbraucht. Auch wenn die Diskussion zeitweise recht taff und zum teil undifferenziert war, begrüsse ich die offene Diskussion und verfolge sie mit grossem Interesse. Zur Klärung möchte ich heute gerne zu den Hauptvorwürfen Stellung beziehen:

„Bei der renommierten Zewo-Stiftung, die in der Schweiz gemeinnützige Vereine prüft, ist JAM nicht aufgeführt.“
Das ist weise bei der Zewo-Stiftung nachzufragen und in einem gewissen Sinn stimmt dieser Vorwurf. Der Grund warum dies so ist, findet man ebenfalls auf der Zewo-Homepage: Die Organisation muss eine mindestens zweijährige Tätigkeit vorweisen können.“ JAM Schweiz wurde 2006 gegründet und ist daher noch nicht zur Zertifizierung zugelassen. Ich begrüsse die Zewo Zertifizierung sehr und wir werden uns nach zweijähriger Tätigkeit darum bemühen. Derzeit ist das aber noch nicht möglich.
„Eigentlich müssten schon die Alarmglocken schrillen, wenn eine angebliche Hilfsorganisation für Hungernde in Afrika bereit ist, 20 angefragten Bloggern für einen bezahlten Eintrag jeweils 10 Franken ihrer Spendengelder zu geben.“
JAM International arbeitet mit einem Werbe- und Verwaltungsaufwand von nur gerade 8%. Das ist für Kenner der Branche atemberaubend tief. Unser Anliegen ist die Linderung von Leid und dies möchten wir so effizient wie möglich machen. Mit einem solch kleinen Werbeaufwand können wir uns keine teuren Werbekampagnen leisten sondern müssen neue Wegen gehen (hier wären wir sehr offen für Vorschläge). Daher starteten wir auch den Versuch mit Trigami. Weil es für diese Werbestrategie noch keine Erfahrungswerte gab, bezahlten wir die Prämien nicht mit Spendengeldern sondern privat!
„Merken es Blogger, dass sie ein “Hilfswerk” eines fragwürdigen Wunderheilers und Sektenführers beurteilen sollen, wenn man ihnen zur Beurteilung lediglich den Link zu einer fadenscheinigen Website gibt?“
Das ist schon ein happiger und gewichtiger Vorwurf. Dass Joint Aid Management nur ein Deckmantel für Jesus Alive Ministries International bzw. für missionarische Aktivitäten ist und die Essensausgabe mit religiösen Aktivitäten verbunden ist, kann wohl als Hauptvorwurf bezeichnet werden. Argumente dafür sind, dass 1. massgebliche Personen in beiden Organisationen tätig sind, dass 2. die Hilfsprogramm in der Vergangenheit unter Jesus Alive Ministries International betrieben wurden und 3. den Erfahrungsbericht einer Gruppe von Bibelschülern aus Deutschland.
Zweifelsohne begrüsse ich die kritische Reflexion und lerne dabei sehr viel. Wenn die JAM Arbeit seriös ist (und davon bin ich überzeugt), wird sie der kritischen Durchleuchtung standhalten und nur davon profitieren. Für uns ist es wichtig klarzustellen, dass jeder gespendete Franken eingesetzt wird, um den hungernden Kindern zu helfen (dies wird von Revisoren überprüft). Punkt! Ja es stimmt Peter Pretorius hat in Afrika auch eine pastorale Rolle inne und die Motivation für die Arbeit von Joint Aid Management International ist aus christlichen Werten genährt. Aber das ist doch okay und völlig legitim, wenn Hilfswerke einer christlichen Sozialethik entspringen. Heikel wäre nur, wenn die Gelder, welche für die verhungernden Kinder gesammelt werden, für christliche Missionsaktivitäten missbraucht würden. Die gleiche Gefahr würde bestehen, wenn der Gründer eine andere Passion hätte und z.B. als Fussballfan Spendengelder für den Fussball abzweigen würden. Das wäre in keiner Weise akzeptierbar. Joint Aid Management hat aber noch nie missionarischen Aktivitäten betrieben und wird dies auch nicht tun. JAM International hat sich allein dazu verpflichtet, den Armen jeder Rasse, Religionszugehörigkeit und Geschlecht materiell zu helfen und jeder Franken wird in diesem Sinne eingesetzt. Wer das nachprüfen will, ist jederzeit herzlich eingeladen, die Arbeit von JAM selbständig anzusehen und einen Überraschungsbesuch in einem beliebigen Dorf zu machen. Eine religiöse Indoktrinierung der Kinder wäre im weiteren gar nicht so leicht möglich, da die Essenausgabe nicht durch Mitarbeiter von JAM International sondern rotierend von lokalen Frauen aus dem Dorf erfolgt. Wem unsere Statements sowie die Zusammenarbeit mit EU, UN, USAID, Regierungen etc. nicht als Zeuge dafür genügen, dass sich JAM auf die materielle Hilfe beschränkt, können wir nur empfehlen, die Arbeit vor Ort anzuschauen.
Über den Artikel der erwähnten Bibelschüler war ich natürlich auch erstaunt. Die internen Abklärungen haben nun folgenden Tatbestand ergeben (Auszug aus dem diesbezüglichen Emailverkehr mit Peter Pretorius): “This group came from a church in Munich in the 80's. There was no Joint Aid Management Established at that time at all [Wie erwähnt, wurde das Hilfsprogramm erst nachträglich von Jesus Alive Ministries Internatinal losgelöst und unter Joint Aid Management zusammengefasst. - Kommentar von MT]. They came to visit Jesus Alive Ministries International. They themselves chose to use the abbreviation JAM South Africa. If they were using the abbreviation that used the name it would have been JAMI. I have stated clearly that Jesus Alive Ministries International was involved in social programs and in fact established an orphanage in Mozambique which this particular group visited. Jesus Alive Ministries International can in no way be held responsible for this groups own choice to abbreviate the name of the organisation. Jesus Alive Ministries International has not ever registered an abbreviation JAM. Joint Aid Management on the other hand has a registered abbreviation JAM. At no time has Joint Aid Management been registered as Joint Aid Management South Africa. Neither has Jesus Alive Ministries ever had a registration or abbreviation JAM South Africa.”
Diese Gruppe verwendet hier eine falsche Abkürzung, wofür wir aber kaum zur Rechenschaft gezogen werden können. Im Weiteren waren sie in einer Zeit in Afrika, als es Joint Aid Management noch gar nicht gab, sondern die Hilfsaktionen Teil von Jesus Alive Ministries International waren. Gerade an diesem Punkt hat aber Peter Pretorius dazu gelernt, dass eine Verstrickung von Hilfsprogrammen und religiösen Aktivitäten nicht vertretbar ist und hat die Hilfsprogramme unter Joint Aid Management zusammengefasst, welche nun ein völlig anderes Ziel als Jesus Alive Ministries verfolgen. Beide Organisationen sind finanziell total unabhängig. Daher werde ich auch hier nicht weiter auf Jesus Alive Ministries eingehen. Wenn man über das Rote Kreuz spricht, wird ja auch nicht die reformierte Kirche und deren Einstellung zu Jesus diskutiert, nur weil der Gründer Henry Dunant reformiert war und durch seine Eltern Jean-Jacques Dunant und Antoinette Dunant-Colladon calvinistisch geprägt wurde.
Wir haben als Hilfswerk einen gewagten Schritt in die Öffentlichkeit gemacht und Transparenz angestrebt. Jeder darf sich seine Meinung über JAM bilden, aber wir bitten auch darum, dass fair argumentiert und differenziert wird. Wir haben nur ein Ziel: das Leiden von 400 Millionen hungernden Kindern einzudämmen. So lange noch alle 5 Sekunden ein Kind stirbt, weil es zu wenig Nahrung hat, werden wir uns für diese Kinder einsetzen. Ich fände es grotesk, über den christlichen Hintergrund des Gründers zu diskutieren, während dessen in Afrika die Kinder sterben. Das wäre wie wenn ein Kind am vertrinken ist und die Erwachsenen am Ufer nichts tun, weil man das Kind ja nicht aus einer falschen Motivation retten will.

JAM International ist als eine der effektivsten Hilfsorganisationen der Welt von Regierungs- und Nichtregierungsseite anerkannt und hat in den letzten 24 Jahren unermesslich viele Leben gerettet. Was wirklich nicht fair wäre, wenn durch diese Diskussion einmal mehr die Kinder die Leittragenden von Machtkämpfen um Ideologien, Glaubensrichtungen oder anderen Überzeugen wären. Dies wäre absurd und würde niemandem dienen sondern nur Kinderleben rauben. In diesem Sinn laden wir auch die Beteiligen der Diskussion und Leser der Blogs ein, Teil der Lösung zu werden und die Kinder zu ernähren, welche weder Blog noch Internet aber den Hunger kennen.

Für konstruktive Feedbacks, wie wir unsere Arbeit besser und effizienter machen könnten, sind wir sehr dankbar.

4 Kommentare:

Mike hat gesagt…

Danke für diese ausführliche Stellungnahme. Finde ich einen guten Weg: sich den unbequemen Fragen stellen und sich nicht zu verstecken.

Anonym hat gesagt…

Warum sollte man nicht christlich helfen? Wrum sollten Christen nicht Brot und zum ewigen Leben führendes Brot zusammen an Kinder weitergeben? Warum sollten Christen sich verstecken, wenn Christus ihre Motivation ist? Ich fan die Website weil ich als Christ über Google Organisationen suche, die helfen, als Christen. Ich würde mich nicht in eine Ecke drängen lassen, und mir einen Begriff wie "religiös" überstülpen lassen, damit ich in Zukunft dann ein schlechtes Gewissen habe, wo ich nicht nur humanitär helfe!

Das ist ein großes Problem vieler Organisationen die sich auf diesem Weg vom Missionsauftrag in Christi Nächstenliebe abdrängen lassen, weil sie den Begriff Mission und Humanitäre Hilfe trennen.

Warum sollte man?

Gruß und gesegnetes Wochenende in die Schweiz,
In Christus und seiner Liebe zu den Notleidenden verbunden,


Ihr Klaus-Dieter Hinck.
mailto:kreatives@formulartest.de


P.S.: Wenn man wirbt nur humanitär zu helfen, das Geld dafür bekommt, ist das sicher etwas anderes, aber
warum sollte nicht ein überzeugter Christ Hilfsgüter verteilen helfen ....

Woher kommt der Ruf des Pastors als Sektierer, oder verstehe ich den Artikel und die Diskussion nicht wirklich .... wie auch immer ..... mögen viele notleidende Christus durch Brot und Bibel gelebtes und gesprochenes Wort Christi kennenlernen und wir sie oben wiedersehen.

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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