Dienstag, 10. Juli 2007

Halbzeit der «Uno-Millenniumsziele»

Am 07.07.07 war Halbzeit der «Uno-Millenniumsziele», wonach bis 2015 Armut und Hunger in der Welt halbiert werden sollen. Deshalb stieg in Bern das Festival «0,7% – Gemeinsam gegen Armut» an dem auch die gleichnamige Petition lanciert wurde. Ziel der Petition ist es, den Bundesrat an das im Jahre 2000 abgegebene Versprechen zu erinnern, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Nationaleinkommens zu erhöhen.

Mit dabei an diesem Tag war auch Schaupielerin und Mutter Melanie Winiger, welche sich für die Ärmsten der Armen einsetzt. "Jedes Jahr verhungern auf der Welt sechs Millionen Kinder, bevor sie fünf Jahre alt sind. Jede Minute stirbt irgendwo eine Mutter bei der Geburt oder während der Schwangerschaft, weil sie keine medizinische Betreuung hat. Jeder sechste Mensch auf dieser Erde hat kein sauberes Trinkwasser. Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an Malaria, obwohl es dagegen Medikamente gäbe. Für mich ist das ein Skandal, der zum Himmel schreit."

Die Frage ist, ob sich die Schweiz mehr Entwicklungshilfe leisten könnte. Ja, sie kann es sich leisten – problemlos sogar. Die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% unseres Bruttosozialprodukts würde eine Erhöhung des Bundeshaushalts um lediglich 2,5 Prozent bedeuten. Umgerechnet auf einen Privathaushalt würde der Mietzins von 1500 auf 1537 Franken steigen, das Kinobillet von 18 Franken auf 18.45 oder eine Tankfüllung von 80 auf 82 Franken. Niemand würde deswegen in eine andere Wohnung ziehen, auf den Kinobesuch verzichten oder das Auto stehen lassen.