Montag, 26. März 2007

Wasserkrise im Süden Sudans

Derzeit beschäftigt uns als JAM Schweiz vor allem die Wasserkrise im Süden vom Sudan. Peter Pretorius, der kürzlich aus dem Sudan zurückkehrte, fasst die Situation wie folgt zusammen:

„Ich war schockiert als ich das massive Problem sah, welche die Beschaffung von sauberem oder generell von Wasser darstellt. Die Situation hat sich dermassen zugespitzt, dass die Wasserkrise zu Streitereien zwischen Dörfern und Stammesgruppen führt. Mindestens 85% der Kinder sind ernsthaft unterernährt und trocknen innerlich aus. Viele von ihnen haben keine Kleider. Es brach mein Herz als ich sah, wie diese Kinder bäuchlings Flusswasser trinken, welches wir niemals trinken würden.“

Diese Kinder haben nichts, oft nicht einmal das Nötigste. JAM möchte darum die Arbeit im Süden von Sudan ausbauen. Wir arbeiten derzeit mit einer kleinen Brunnenbohr-Ausrüstung, mit der wir aber in vielen Gebieten das Grundwasser nicht mehr erreichen. JAM will nun mit einer grösseren Bohr-Ausrüstung in diesen Gebieten Brunnen bohren. Zudem fühlen wir uns gezwungen, das Schulernährungsprogramm auf weitere Schulen auszudehnen, um den drastischen Nöten der Kinder zu begegnen. Wir bitten darum, mitzuhelfen, diesen Kindern zu helfen. Gerade wenn die Not gross ist, ist es so einfach, einen Unterschied zu machen und diesen Kindern wieder einen Perspektive zu geben. Spenden könnten unter dem Vermerk 'Sudan Relief efforts' gerne auf unser Konto einbezahlt werden.

Wasserverbrauch in der Schweiz

Alarmiert durch die immer grössere Wasser-Knappheit möchte ich heute ein paar Facts und Gedanken zum Wasserverbrauch in der Schweiz liefern. Später möchte im krassen Gegensatz dazu über die Wasserkrise im Sudan berichten. Frühstens in der Kochschule während der Schulausbildung muss man sich zum ersten Mal Gedanken über den persönlichen Wasserverbrauch machen. Meist stellt man dann mit Erschrecken fest, dass der Wasserverbrauch massiv höher liegt, als angenommen. Mit wie wenig Wasser man auskommen kann, habe ich selber in einem Waisenhaus im Norden von Mosambik persönlich erlebt. Wenn man das Wasser für die Dusche, WC, Kleider waschen etc. hintragen muss, so lebt man automatisch sparsamer. In der Schweiz gab es eine interessante Verbrauchsentwicklung. 1900 betrug der Verbrauch pro Person und Tag 204 Liter (regional waren die Unterschiede gross: St. Gallen: 84 Liter, Zürich: 149 Liter). Dann stieg der Wasserverbrauch kontinuierlich. Am höchsten war er in den 70iger und 80iger Jahren mit rund 500 Litern pro Tag und Person. Heute beträgt der Wasserverbrauch rund 400 Liter pro Person und Tag (1995: 414 Liter). In dieser Zahl ist der gesamte Verbrauch, inklusive Industrie, Öffentlichkeit und Privathaushalte, eingerechnet. Wenn man die Privatpersonen separiert so verbrauchen wir innerhalb von 24h doch immerhin 162 Liter Wasser. Für was das Wasser verwendet wird, ist auf der Grafik ersichtlich. Mehr Infos dazu gibt es unter www.trinkwasser.ch.

Mittwoch, 21. März 2007

Hilfe für Mosambik benötigt

Wie ich bereits in einem Post am 05. März beschrieben habe, wurde Mosambik von Überschwemmungen heimgesucht. Mehr als 170'000 Menschen mussten evakuiert werden und mindestens 45 Menschen sind vertrunken. Tausende von Menschen sind nun in Zentral Mosambik in Flüchtlingscamps untergebracht, wo man Knappheit an Nahrungsmittel und den Ausbruch von Epidemien befürchtet. Zusätzlich wurde das Gebiet um Vilanculos vom Wirbelsturm Favio heimgesucht, welcher grossen Schanden angerichtet hat. Geschätzte 36'000 Menschen verloren ihr Hab und Gut. Das JAM Pambarra Projekt hat ebenfalls Schaden am Lagerhaus und Nebengebäuden erlitten. Fast sämtliche Mitarbeiter verloren zudem ihr Zuhause. JAM hilft den Opfern derzeit mit Essen, Kochtöpfen, Schüsseln, Löffeln, Zeltplanen für temporäre Unterkünfte und Leintücher. Peter Pretorius, Gründer und CEO von Joint Aid Management flog selber in die Krisenregion und berichtet folgendes: „Ich war am Boden zerstört als ich den Schaden am Lagerhaus, den Unterkünften und an vielen Schulen, welche wir aufgebaut haben, gesehen habe. In dieser Region gibt es kaum eine Familie, welche nicht betroffen ist. Der Markt wurde zerstört und viele Menschen wurden verletzt. Weil das Spital aber kein Dach mehr hat, können die Verletzten nicht behandelt werden.“ JAM setzt alles daran, die Infrastruktur so schnell wie möglich wieder aufzubauen und mitzuhelfen, Leid zu lindern (beim klicken auf das Bild, kann ein Video angesehen werden).

Samstag, 17. März 2007

Trigami, JAM und Transparenz

Ausgelöst durch die Trigami Werbeaktion entstand eine lebhafte Diskussion, ob Joint Aid Management International Spendengelder für religiöse Zwecke missbraucht. Auch wenn die Diskussion zeitweise recht taff und zum teil undifferenziert war, begrüsse ich die offene Diskussion und verfolge sie mit grossem Interesse. Zur Klärung möchte ich heute gerne zu den Hauptvorwürfen Stellung beziehen:

„Bei der renommierten Zewo-Stiftung, die in der Schweiz gemeinnützige Vereine prüft, ist JAM nicht aufgeführt.“
Das ist weise bei der Zewo-Stiftung nachzufragen und in einem gewissen Sinn stimmt dieser Vorwurf. Der Grund warum dies so ist, findet man ebenfalls auf der Zewo-Homepage: Die Organisation muss eine mindestens zweijährige Tätigkeit vorweisen können.“ JAM Schweiz wurde 2006 gegründet und ist daher noch nicht zur Zertifizierung zugelassen. Ich begrüsse die Zewo Zertifizierung sehr und wir werden uns nach zweijähriger Tätigkeit darum bemühen. Derzeit ist das aber noch nicht möglich.
„Eigentlich müssten schon die Alarmglocken schrillen, wenn eine angebliche Hilfsorganisation für Hungernde in Afrika bereit ist, 20 angefragten Bloggern für einen bezahlten Eintrag jeweils 10 Franken ihrer Spendengelder zu geben.“
JAM International arbeitet mit einem Werbe- und Verwaltungsaufwand von nur gerade 8%. Das ist für Kenner der Branche atemberaubend tief. Unser Anliegen ist die Linderung von Leid und dies möchten wir so effizient wie möglich machen. Mit einem solch kleinen Werbeaufwand können wir uns keine teuren Werbekampagnen leisten sondern müssen neue Wegen gehen (hier wären wir sehr offen für Vorschläge). Daher starteten wir auch den Versuch mit Trigami. Weil es für diese Werbestrategie noch keine Erfahrungswerte gab, bezahlten wir die Prämien nicht mit Spendengeldern sondern privat!
„Merken es Blogger, dass sie ein “Hilfswerk” eines fragwürdigen Wunderheilers und Sektenführers beurteilen sollen, wenn man ihnen zur Beurteilung lediglich den Link zu einer fadenscheinigen Website gibt?“
Das ist schon ein happiger und gewichtiger Vorwurf. Dass Joint Aid Management nur ein Deckmantel für Jesus Alive Ministries International bzw. für missionarische Aktivitäten ist und die Essensausgabe mit religiösen Aktivitäten verbunden ist, kann wohl als Hauptvorwurf bezeichnet werden. Argumente dafür sind, dass 1. massgebliche Personen in beiden Organisationen tätig sind, dass 2. die Hilfsprogramm in der Vergangenheit unter Jesus Alive Ministries International betrieben wurden und 3. den Erfahrungsbericht einer Gruppe von Bibelschülern aus Deutschland.
Zweifelsohne begrüsse ich die kritische Reflexion und lerne dabei sehr viel. Wenn die JAM Arbeit seriös ist (und davon bin ich überzeugt), wird sie der kritischen Durchleuchtung standhalten und nur davon profitieren. Für uns ist es wichtig klarzustellen, dass jeder gespendete Franken eingesetzt wird, um den hungernden Kindern zu helfen (dies wird von Revisoren überprüft). Punkt! Ja es stimmt Peter Pretorius hat in Afrika auch eine pastorale Rolle inne und die Motivation für die Arbeit von Joint Aid Management International ist aus christlichen Werten genährt. Aber das ist doch okay und völlig legitim, wenn Hilfswerke einer christlichen Sozialethik entspringen. Heikel wäre nur, wenn die Gelder, welche für die verhungernden Kinder gesammelt werden, für christliche Missionsaktivitäten missbraucht würden. Die gleiche Gefahr würde bestehen, wenn der Gründer eine andere Passion hätte und z.B. als Fussballfan Spendengelder für den Fussball abzweigen würden. Das wäre in keiner Weise akzeptierbar. Joint Aid Management hat aber noch nie missionarischen Aktivitäten betrieben und wird dies auch nicht tun. JAM International hat sich allein dazu verpflichtet, den Armen jeder Rasse, Religionszugehörigkeit und Geschlecht materiell zu helfen und jeder Franken wird in diesem Sinne eingesetzt. Wer das nachprüfen will, ist jederzeit herzlich eingeladen, die Arbeit von JAM selbständig anzusehen und einen Überraschungsbesuch in einem beliebigen Dorf zu machen. Eine religiöse Indoktrinierung der Kinder wäre im weiteren gar nicht so leicht möglich, da die Essenausgabe nicht durch Mitarbeiter von JAM International sondern rotierend von lokalen Frauen aus dem Dorf erfolgt. Wem unsere Statements sowie die Zusammenarbeit mit EU, UN, USAID, Regierungen etc. nicht als Zeuge dafür genügen, dass sich JAM auf die materielle Hilfe beschränkt, können wir nur empfehlen, die Arbeit vor Ort anzuschauen.
Über den Artikel der erwähnten Bibelschüler war ich natürlich auch erstaunt. Die internen Abklärungen haben nun folgenden Tatbestand ergeben (Auszug aus dem diesbezüglichen Emailverkehr mit Peter Pretorius): “This group came from a church in Munich in the 80's. There was no Joint Aid Management Established at that time at all [Wie erwähnt, wurde das Hilfsprogramm erst nachträglich von Jesus Alive Ministries Internatinal losgelöst und unter Joint Aid Management zusammengefasst. - Kommentar von MT]. They came to visit Jesus Alive Ministries International. They themselves chose to use the abbreviation JAM South Africa. If they were using the abbreviation that used the name it would have been JAMI. I have stated clearly that Jesus Alive Ministries International was involved in social programs and in fact established an orphanage in Mozambique which this particular group visited. Jesus Alive Ministries International can in no way be held responsible for this groups own choice to abbreviate the name of the organisation. Jesus Alive Ministries International has not ever registered an abbreviation JAM. Joint Aid Management on the other hand has a registered abbreviation JAM. At no time has Joint Aid Management been registered as Joint Aid Management South Africa. Neither has Jesus Alive Ministries ever had a registration or abbreviation JAM South Africa.”
Diese Gruppe verwendet hier eine falsche Abkürzung, wofür wir aber kaum zur Rechenschaft gezogen werden können. Im Weiteren waren sie in einer Zeit in Afrika, als es Joint Aid Management noch gar nicht gab, sondern die Hilfsaktionen Teil von Jesus Alive Ministries International waren. Gerade an diesem Punkt hat aber Peter Pretorius dazu gelernt, dass eine Verstrickung von Hilfsprogrammen und religiösen Aktivitäten nicht vertretbar ist und hat die Hilfsprogramme unter Joint Aid Management zusammengefasst, welche nun ein völlig anderes Ziel als Jesus Alive Ministries verfolgen. Beide Organisationen sind finanziell total unabhängig. Daher werde ich auch hier nicht weiter auf Jesus Alive Ministries eingehen. Wenn man über das Rote Kreuz spricht, wird ja auch nicht die reformierte Kirche und deren Einstellung zu Jesus diskutiert, nur weil der Gründer Henry Dunant reformiert war und durch seine Eltern Jean-Jacques Dunant und Antoinette Dunant-Colladon calvinistisch geprägt wurde.
Wir haben als Hilfswerk einen gewagten Schritt in die Öffentlichkeit gemacht und Transparenz angestrebt. Jeder darf sich seine Meinung über JAM bilden, aber wir bitten auch darum, dass fair argumentiert und differenziert wird. Wir haben nur ein Ziel: das Leiden von 400 Millionen hungernden Kindern einzudämmen. So lange noch alle 5 Sekunden ein Kind stirbt, weil es zu wenig Nahrung hat, werden wir uns für diese Kinder einsetzen. Ich fände es grotesk, über den christlichen Hintergrund des Gründers zu diskutieren, während dessen in Afrika die Kinder sterben. Das wäre wie wenn ein Kind am vertrinken ist und die Erwachsenen am Ufer nichts tun, weil man das Kind ja nicht aus einer falschen Motivation retten will.

JAM International ist als eine der effektivsten Hilfsorganisationen der Welt von Regierungs- und Nichtregierungsseite anerkannt und hat in den letzten 24 Jahren unermesslich viele Leben gerettet. Was wirklich nicht fair wäre, wenn durch diese Diskussion einmal mehr die Kinder die Leittragenden von Machtkämpfen um Ideologien, Glaubensrichtungen oder anderen Überzeugen wären. Dies wäre absurd und würde niemandem dienen sondern nur Kinderleben rauben. In diesem Sinn laden wir auch die Beteiligen der Diskussion und Leser der Blogs ein, Teil der Lösung zu werden und die Kinder zu ernähren, welche weder Blog noch Internet aber den Hunger kennen.

Für konstruktive Feedbacks, wie wir unsere Arbeit besser und effizienter machen könnten, sind wir sehr dankbar.

Donnerstag, 8. März 2007

Spenden ohne zu bezahlen

Dass Spenden definitiv Spass macht, beweist uns www.beneclick.ch! Die beiden Studenten Christian Peyer und Daniel Wanitsch schufen die Möglichkeit, dass Herr und Frau Schweizer spenden können, ohne dafür Geld hinzulegen. Wie das gehen soll? Ganz einfach. Wenn Sie über beneclick.ch z.B. bei Amazon, Tchibo, Weltbild, Fleurop etc. einkaufen, bezahlt der Verkäufer bis zu 14% Ihres Einkaufsbetrags an ein Hilfswerk Ihrer Wahl - ohne zusätzliche Kosten für Sie! Dass man dabei als Konsumentin und Konsument keinen Rappen mehr ausgibt als beim Einkauf im Laden, ist besonders attraktiv. Was ist der Haken dabei? Keinen, ausser dass JAM Schweiz noch nicht zu den Partner von beneclick.ch gehört. Dies wird sich nach einem Telefongespräch mit Christian Peyer bald ändern. Man darf sich also schon bald darüber freuen, Dank beneclick.ch beim Einkauf z.B. im Onlineshop von Tchibo gleich noch einen Monat lang ein Kind zu ernähren. Da macht Shoppen erst richtig Spass! Gratulation an die Macher von beneclick.ch! Mehr Infos zu beneclick.ch gibt es hier und wer shoppen will, geht hier entlang. Viel Spass!

Mittwoch, 7. März 2007

Oberstufenschülerinnen sammeln für JAM

Heute erhielt ich Fotos und einen Aufsatz über die Projektarbeit von Mathura (17 Jahre) und Kirija (15 Jahre), Schülerinnen im Oberstufenzentrum Mariahilf in Luzern. Dies zwei jungen Damen, haben als Projektarbeit eine Spendenaktion für die armen Menschen in Afrika organisiert. Durch den Verkauf von Kuchen, Taschen, Vasen und Selbstgemalten Bildern haben sie genügend Geld gesammelt um mathematisch ausgedrückt 7,5 Kindern während 12 Monaten zu ernähren. Genial! Sie schreiben, wie es trotz Kälte sogar Spass gemacht hat. Als Grund für ihren Einsatz sagten sie: "Die armen Menschen in Afrika erhalten keine Unterstützung in ihrem Leben. Doch wir haben viele Möglichkeiten mit unserem Leben etwas zu machen, darum möchten wir etwas tun für diese Menschen. Wir hoffen, dass unsere Arbeit auch euch dazu bewegt hat, eine solche Wohltat zu machen, um gegen diese Armut zu kämpfen." JAM Schweiz hofft dies auch und dankt Mathura und Kirija ganz herzlich für ihren Einsatz, der in Afrika Leben retten wird.

Montag, 5. März 2007

Mosambik: Überschwemmung, Trockenheit und Wirbelstürme

Als ich im Sommer 2006 JAM Projekte in Mosambik besuchte, war ich erstaunt, im Landesinneren überall kleine Seen zu entdecken, die noch von der Überschwemmungs- katastrophe im Februar 2000 stammten. Nur sieben Jahre später bahnt sich eine ähnliche Tragödie an. Nach anhaltenden, heftigen Regenfällen mussten in Zentralmosambik schätzungsweise bereits über 125'000 Menschen ihre Hütten und Häuser verlassen. Mosambiks Nationales Institut für Katastrophenmanagement INGC schätzt, dass bis zum Ende der Regenzeit Ende März bis zu 285’000 Menschen von den Fluten betroffen sein werden. Teilweise hat auch die JAM Infrastruktur Schaden erlitten und es braucht viel Wiederaufbauarbeit, um der nun noch grösseren Not in Mosambik begegnen zu können. Gleichzeitig zu den Überschwemmungen in Zentralmosambik herrscht im Süden Dürre und zu allem wird das Land noch von Wirbelstürmen heimgesucht.