Montag, 16. Juli 2007

Was ist eine Mangelernährung?

Immer wieder hören wir die Begriffe Unter-, Mangel- oder Fehlerernährung. Hier einmal ein paar Definitionen:

Mangelernährung ist die Bezeichnung für eine ungenügende oder falsch zusammengestellte Ernährung, die nicht, wie die Diät, ärztlich verordnet ist. Bei der Mangelernährung unterscheidet man zwischen Unterernährung und Fehlernährung.

Die Unterernährung (quantitative Mangelernährung) ist vor allem in den Entwicklungsländern weit verbreitet. Der Energiebedarf der Menschen wird durch die Nahrung nicht gedeckt. Unterernährung kann, besonders im Kindesalter, zur Retardierung (Zurückbleiben in der Entwicklung), zu schweren Krankheiten und im Extremfall zum Tod führen. Damit einhergehend leiden sie meist unter Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralmangel. Daneben kommt in den Industrieländern häufig Unterernährung durch Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) vor.

Die Fehlernährung (qualitative Mangelernährung) bedeutet eine Unterversorgung mit Vitaminen- und Mineralien. Bei Kindern erfolgt eine verzögerte körperliche und geistige Entwicklung, die irreparabel sein kann. Häufig essen Fehlernährte zu wenig Obst und Gemüse (enthält Vitamine), Milchprodukte (enthalten Calcium), Seefisch (enthält Iod) und Vollkornbrot, Hülsenfrüchte und Kartoffeln (enthalten Ballaststoffe). Fehlernährung kommt außer in Entwicklungsländern auch häufig in Alten- und Pflegeheimen sowie bei allein lebenden Menschen, bei Obdachlosen und bei Leuten unter großem Termin- und Zeitdruck vor.

Dienstag, 10. Juli 2007

Milleniums-Entwicklungsziele in Gefahr

Die UN nimmt im "Millennium Development Goals Report 2007" Stellung, ob die Milleniums-Entwickungsziele (englisch: Millennium Development Goals, MDGs) auch wirklich erreicht werden können. Die nebenstehende Grafik zeigt die Fortschritte im Hinblick auf das 1. Ziel, die Anzahl der an Hunger leidenden Menschen zwischen 1990 und 2015 zu halbieren.

Hier das Fazit der UN: „Die Anzahl hungernden Kindern nimmt in allen Regionen ab, aber um das Ziel zu erreichen braucht es schnellere Fortschritte. Global gesehen hat die Anzahl hungernder Kinder unter 5 Jahre zwischen 1990 und 2005 um einen Fünftel abgenommen. Das östliche Asien machte dabei die grössten Fortschritte und wird das MDG Ziel sogar übertreffen. Dies hauptsächlich Dank der verbesserten Situation in China. Das westliche Asien, Latein Amerika und die Karibischen zeigen ebenfalls bedeutende Fortschritte. Die Anzahl der unterernährten Kindern in diesen Regionen ist um einen Drittel zurückgegangen. Die grösste Anzahl von hungernden Kindern wird im südlichen Asien und Sub-Sahara Afrika (die Länder südlich der Sahara) gefunden. Der schleichende Fortschritt in diesen Ländern macht es unrealistisch, dass das MDG Ziel erreicht werden kann. Falls es keine Beschleunigung gibt, wird die Weltgemeinschaft das Ziel im Jahre 2015 um 30 Millionen Kindern verpassen, welche dadurch ihres Potenzials beraubt werden.“

Halbzeit der «Uno-Millenniumsziele»

Am 07.07.07 war Halbzeit der «Uno-Millenniumsziele», wonach bis 2015 Armut und Hunger in der Welt halbiert werden sollen. Deshalb stieg in Bern das Festival «0,7% – Gemeinsam gegen Armut» an dem auch die gleichnamige Petition lanciert wurde. Ziel der Petition ist es, den Bundesrat an das im Jahre 2000 abgegebene Versprechen zu erinnern, die Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Nationaleinkommens zu erhöhen.

Mit dabei an diesem Tag war auch Schaupielerin und Mutter Melanie Winiger, welche sich für die Ärmsten der Armen einsetzt. "Jedes Jahr verhungern auf der Welt sechs Millionen Kinder, bevor sie fünf Jahre alt sind. Jede Minute stirbt irgendwo eine Mutter bei der Geburt oder während der Schwangerschaft, weil sie keine medizinische Betreuung hat. Jeder sechste Mensch auf dieser Erde hat kein sauberes Trinkwasser. Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an Malaria, obwohl es dagegen Medikamente gäbe. Für mich ist das ein Skandal, der zum Himmel schreit."

Die Frage ist, ob sich die Schweiz mehr Entwicklungshilfe leisten könnte. Ja, sie kann es sich leisten – problemlos sogar. Die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% unseres Bruttosozialprodukts würde eine Erhöhung des Bundeshaushalts um lediglich 2,5 Prozent bedeuten. Umgerechnet auf einen Privathaushalt würde der Mietzins von 1500 auf 1537 Franken steigen, das Kinobillet von 18 Franken auf 18.45 oder eine Tankfüllung von 80 auf 82 Franken. Niemand würde deswegen in eine andere Wohnung ziehen, auf den Kinobesuch verzichten oder das Auto stehen lassen.